PRESSEINFORMATION

Neue Sportbootführerscheinverordnung: Das ändert sich

Hamburg, 5. Mai 2017. Am 10. Mai tritt die neue Sportbootführerscheinverordnung in Kraft und ersetzt die bisherigen zwei Sportbootführerscheinverordnungen „SBF-Binnen“ und „SBF-See“. Künftig gibt es nur noch einen Sportbootführerschein, auf dem die jeweiligen Geltungsbereiche – Binnenschifffahrts­straßen und/oder Seeschifffahrtsstraßen – dokumentiert werden.

Hier die wichtigsten Änderungen:

·      Die Prüfungen zum Erwerb des Sportbootführerscheins für den Geltungsbereich Seeschifffahrtstraßen können bei allen Prüfungsausschüssen des Deutschen Segler-Verbands und auch im Ausland abgelegt werden.

·      Alle Theorie- und Praxisprüfungen können zu verschiedenen Zeitpunkten und an verschiedenen Orten abgelegt werden.       

·      Die Sperrfrist von vier Wochen für die Wiederholung nicht bestandener Prüfungen entfällt; die Prüfungen können jedoch nicht an demselben Tag wiederholt werden.

·      Für das fahrerlaubnisfreie Führen von Sportbooten besteht keine Altersgrenze mehr.

·      Sowohl die Besitzer der alten Sportbootführerscheine als auch die des neuen Führerscheins dürfen künftig auf Binnenschifffahrtsstraßen Sportboote von weniger als 20 Meter Länge führen. Einzige Ausnahme: Auf dem Rhein dürfen Sportboote von weniger als 15 Meter Länge geführt werden.

·      Das ärztliche Zeugnis wurde vereinfacht, so entfällt beispielsweise die Wiederholungspflicht bei eingeschränkter Sehschärfe. Diese Änderung gilt ebenfalls für diejenigen, die bereits Inhaber eines Sportbootführerscheins sind.

·      Der Arzt muss das Zeugnis künftig in einem geschlossenen Umschlag direkt an den Prüfungsausschuss senden. Der Sportbootführerscheinbewerber erhält eine Kopie.

·      Die Gebühren schließen die Reisekosten der Prüfer sowie etwaige Raumkosten ein.

·      An den Formaten des Sportbootführerscheins ändert sich vorläufig nichts. Die Einführung des vorgesehenen Scheckkartenformats erfolgt zu einem späteren, derzeit noch nicht festgelegten Zeitpunkt

Germar Brockmeyer, Leiter der Abteilung „Befähigungsnachweise und Ausbildung“ des Deutschen Segler-Verbandes (DSV): „Viele formale Hürden wurden endlich abgeschafft – das begrüßen wir. Auch wenn wir uns zum Teil noch weitergehende Änderungen gewünscht hätten, freuen wir uns, dass viele unserer Vorschläge in der Verordnung umgesetzt wurden.“

Der DSV ist vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur mit der Prüfung und Erteilung von Sportbootführerscheinen und Funkzeugnissen beliehen und hat den Gesetzgeber bei der Erstellung der neuen Sportbootführerscheinverordnung fachlich beraten. 

 

NORD-OSTSEE-KANAL

Für Sportboote vorerst kostenlos

30.03.2016 Lasse Johannsen - Ab sofort ist es verboten, die Leitern in den Schleusenkammern zu benutzen. Damit ist Sportbootfahrern der Weg zum Bezahlautomaten versperrt

© Kiesel, Hans-Günter

Sportboote vor der NOK-Schleuse Brunsbüttel

Es klingt wie ein Schildbürger-Streich, doch die Obrigkeit hat ihn sich wohl selbst gespielt. "Aus Sicherheitsgründen", so heißt es in einer aktuellen Mitteilung der Wasser- und Schifffahrtsämter Brunsbüttel und Kiel-Holtenau, "ist in den Schleusengruppen Brunsbüttel und Kiel-Holtenau des Nord-Ostsee-Kanals ein Aufsteigen der Schleusenmauern über die nur für Notfall- und Rettungszwecke fest angebrachten Leitern nicht mehr möglich."

Gemeint ist mit den im besten Beamtendeutsch verfassten Zeilen, dass die Leitern künftig nur in Notfällen benutzt werden sollen. Nur wenige Segler werden es als große Not empfinden, wenn sie nun nicht mehr zum Kassenautomaten kommen, an dem die Benutzungsgebühr für die Kanalpassage zu entrichten ist. Zwei solcher Automaten gibt es. Wer den gesamten Kanal befahren möchte, bezahlte bislang am Kiosk auf der Mittelmauer der Großen Schleuse Kiel-Holtenau. Wer von der Elbe kommend nur ein Teilstück befahren wollte, musste in Brunsbüttel die "Anmeldestelle NOK" aufsuchen.

Das haben auch die Ämter eingesehen. In dem Schreiben heißt es daher über die Bezahlung:

"Derzeit werden alternative Möglichkeiten des Entrichtens der Befahrensabgaben entwickelt und umgesetzt. So werden Bezahlautomaten in Kiel-Holtenau fördeseitig im Bereich der "Übernachtungsstelle für Sportboote" westlich des Holtenauer Außenkais sowie kanalseitig im Bereich der "Wartestelle für Sportboote" im Binnenhafen Nordseite aufgestellt. Die hierfür erforderliche Infrastruktur wird im Laufe der Sportbootsaison 2016 fertiggestellt werden. Ebenfalls in der Planung befindet sich eine Internetanwendung/App zum Entrichten der Befahrensabgaben. Bis zur Betriebsaufnahme der neuen Bezahlmöglichkeiten wird das Entrichten der Befahrensabgaben für Sportboote ausgesetzt."

Die Maut für Sportboote ist vom Tisch

http://www.boote-magazin.de/aktuell/news/doch-keine-abgabe-fuer-sportboote/a45383.html?utm_source=newsletter&utm_medium=E-Mail&utm_campaign=boote_03_2015 

Die Maut für Sportboote ist vom Tisch. Das bestätigte am 5. Februar das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gegenüber dem Deutschen Segler-Verband. Ein Sprecher des BMVI erklärte: "Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur erarbeitet gerade ein Wassertourismuskonzept, das noch in diesem Jahr vorgestellt wird. Eine Vignette für Sportboote ist darin nicht vorgesehen." Der Deutsche Segler-Verband begrüßt die Entscheidung des Ministeriums. DSV-Generalsekretär Gerhard Philipp Süß: "Das ist ein wichtiges Signal. Es stärkt den Optimismus tausender Mitglieder von Wassersportvereinen sowie von Unternehmen und Tourismusanbietern im gesamten Bundesgebiet, Deutschland als Land des Wassersports weiter auszubauen." Der Deutsche Segler-Verband hatte sich in den vergangenen Monaten gegenüber den verantwortlichen Politikern mehrfach gegen die Einführung einer Maut ausgesprochen.

 

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